Mittwoch, 28 Juli, 2010
Vergeht die Zeit auf dem Land schneller?
Ich habe das Gefühl, die Zeit während meines Landurlaubs ist doppelt so schnell vergangen wie sonst im Alltag hier zu Hause. Zu schön waren die abwechslungsreichen Tage in der Natur, wo ich aufgewachsen bin. Elf Hausnummern, ein Bauernhof (von ehemals dreien), Kühe, Pferde, Schafe, Hühner, Hunde, Menschen, Weiden, Nutzgärten, eine schmale Straße, Wald, Bäume, Scheunen, Blumen, Wind, Fliegen, Mücken, Vögel, Schmetterlinge, Schnecken, Himbeeren, Tomaten, Sonnenblumen, Strauchbohnen, Dicken Bohnen, Kräuter, Teiche...
Petrus hat toll mitgespielt, während der Anreisetag noch einem Subtropen-Aufenthalt glich, war es bereits an Tag 2 herrlich abgekühlt, aaaaaah, so lies sich prima schlafen. Ich konnte gar nicht genug sagen: "Haben wir ein super Wetter." Zweithäufigster Satz von mir war übrigens: "Haben wir es gut!" Immer wieder kam Besuch, mal mein Bruder, mal mein Papa (*drück*), mal Tanten und Onkel - einfach schön. Auch habe ich die Gelegenheit genutzt und meine Freundin Martina in Wipperfürth zu einem Plausch am Marktplatz getroffen. "Lass uns darüber reden", war das Motto unseres Abends - eigentlich steht jedes unserer Treffen unter diesem Stern, stimmt's? :o) Frauen eben.
Überhaupt: Schlafen. Jeden Tag habe ich mich nach dem Mittagessen hingelegt und ein bis zwei Stündchen geschlafen. Was mir zu Hause nur seltenst gelingt, war im Bergischen ein Kinderspiel. Ob das an der frischen Landluft lag? Klimaänderung von Köln aufs Land? Wetterumschwung? Egal, ich habe die Ruhephasen genossen und die frische Landluft tief eingeatmet. Hmmmmmm, guuuut!
Wir haben lecker gekocht, federführend meine Oma - 85 Jahre und ich finde fit wie ein Turnschuh (ich hatte kaum eine Chance, die Hühner morgens rauszulassen oder den Pferde auf der Koppel nebenan Wasser zu geben, war schon alles fertig, wenn ich runter in die Küche kam) - und natürlich hat auch meine Mama in der Küche gezaubert. Was es gab? Natürlich mein Liiiiiieblingsessen: Pillekuchen mit frischem Salat aus dem Garten, dann Himmel und Äd mit Blutwurst (kölsches Gericht: Kartoffelpüree mit Apfelkompott und in der Pfanne knusprig gebratenen Blutwurstscheiben). Was noch? Mama hat eine Gemüsepfanne gemacht (Zucchini, Aubergine, Paprika, Tomaten, Kartoffeln klein schneiden in Auflaufform mit Kräutern der Provence, Pfeffer und Salz würzen, darüber Pflanzenöl, das in der Pfanne mit frischem Knoblauch erwärmt wurde - Lecker!
Fast noch besser schmeckte der Rest kalt am Abend als Salat.) Jamjam. Grübel, was gab's noch? Kartoffelpüree mit Sauerkraut und Kassler. Reibekuchen. Und Omas leckere Küchlein aus übriggebliebenem Püree und einem Ei in der Pfanne knusprig gebraten, dazu frischen Salat, eine Erinnerung an meine Urgroßmutter, die das laut Oma immer so machte. Wie sie sehen: Wir sind nicht verhungert, ganz zu schweigen von dem leckeren Nachtisch, frischer Melone, selbstgemachtem Eis... :o)
Lecker auch die frisch gelegeten und jeden Abend eingesammelten Eier der Hühner, die in einem riesiggroßen Hühnerpirk unter Bäumen, Sträuchern und über eine Wiese laufen und picken. Den Unterschied zu den gekauften Bioeiern (!) schmeckte und sah ich nur zu gut.
Die Hühner haben Oma und mich ganz gut auf Trapp gehalten und mir viel Freude gemacht. Sie haben nämlich entdeckt, dass es neben diesem großen Gelände noch viel viel mehr zu entdecken gibt, zum Beispiel ein Gewächshaus, ein großes Beet mit Gemüse und frischem Salat, Sträucher, unter denen man scharren kann, einen Komposthaufen, wo es so viel leckeres zu schnabeln gibt. Ein paar Flügelschläge und sie waren draußen.
Besonders ausbüchsfreudig war dies schwarze Exemplar hier mit dem braunen Federkranz um den Hals. Wir haben es mehr als einmal im Garten gefunden. Lustig war am ersten Abend, dass wir gar nicht wussten, wie viele Hühner überhaupt da sein sollten. Als wir sie abends in den Stall trieben, wo sie sich auf der Stange aneinanderkuschelten (der Hahn mitten zwischen seinen Mädels) und am Körnertrog hin und herhüpften und durcheinanderliefen, hatten wir kaum eine Chance, sie zu zählen, erst kamen wir auf zwölf, dann auf dreizehn wieder auf zwölf. Jeweils plus Hahn und plus Berta, der hübschen weißen Gans.
Es half alles nichts: Wir mussten nachfragen, wie viele es denn nun sein sollten. Hatten wir eines zu viel? Eines zu wenig? Genau richtig? Dreizehn bestätigte uns mein Onkel am Telefon. Wenn wir ab und an am Zaun nachsahen und durchzählten, schauten wir bei fehlendem Federfieh auch schon mal im Stall nach, wo dann eines oder auch mal zwei sich entsetzt gackernd auf dem Nest sitzend gestört fühlten, was den Hahn auf den Plan rief. Der warf sich in die Brust, schmiss die Flügel nach hinten und rannte laut gackernd und krähend zum Stall, um seine Mädels zu beschützen. Er hörte nicht eher auf, bis ich mich entfernt hatte, zum Schluss stand er sogar ganz entsetzt oben auf dem Zaunpfosten. Eitler Gockel!
Es gibt kaum ein beruhigenderes und gemütlicheres Geräusch für mich, als die gackernden, gluckenden Hühner und der krähende Hahn. Toll, die hätte ich auch gerne im Garten.
Einen Spaß erster Güte entdeckten Mama und ich im Garten: Eine Schaukel. Mein Onkel hatte sie gebaut, sehr stabil, dass sogar ich mich darauf traute. So was sollte es öfter geben: Schaukeln für Erwachsene. Wenn man schlechte Laune hat, braucht man sich nur darauf zu setzen, hin und her zu schwingen und schwups zaubert sich ein Lächeln automatisch ins Gesicht. Auch ohne schlechte Laune wärmstens zu empfehlen. Ich will auch sowas!
Im Garten gab es wieder viel Neues zu entdecken, bezaubernde Vogelhäuschen, die mein Onkel mit viel Liebe von Hand fertigt, Metallkonstruktionen, alte Eisengegenstände vom stillgelegten Bauernhof einer Tante,
ein renoviertes Bauarbeiterhäuschen, von innen so hübsch dekoriert, dass eigentlich mal ein Redakteur einer Garten- und Wohnzeitschrift vorbeischauen müsste, besonders angetan hat mir darin das von meinem Onkel gefertigte Bärenbett und die von Oma genähten Kissenbezüge und Vorhänge, federführende Dekoration von meiner Patentante. Im Garten und im Haus steckt so viel Liebe, dass man dort nur glücklich sein und Kraft tanken kann.
Bei all den schönen Blumenbeeten, Sitzecken und Ideen träume ich dann rasch von einem größeren Garten, wo ich auch das ein oder andere verwirklichen könnte... Doch nicht vergessen darf ich dabei, wie viel Arbeit und Zeit es kostet, das alles so schön zu halten.
Natürlich haben wir auch unserem Lieblingsspiel gefröhnt: Halma. Am letzten Abend sogar bis um halb eins nachts. Auch wenn Mama immer wieder rebellierte, sie könne nicht mehr, schafften wir es doch auf dreizehn Spiele. Rekord! Als jede viermal gewonnen hatte, musste noch ein Spiel zeigen, wer die Königin unter den drei Halma-Königinnen ist. Meine Oma und ich hatten gegen Mama keine Chance, trotz vom Onkel aufgesetzem Beerenlikörchen, das wir ihr schön gekühlt verabreichten, hielt sie durch und gewann das letzte Spiel.
Solche Tage bei meiner Familie sind ganz besondere Schätze für mich. Kostbare Erlebnisse, an die ich mich noch mit 90 gerne erinnern werde. Sie erfüllen mein Herz mit funkelnder Freude und Dankbarkeit.
Danke dafür und ganz liebe Grüße ins Bergische!
Anja Kolberg
Dienstag, 20 Juli, 2010
Vorfreude
Ich freue mich auf einige freie Tage auf dem Land. Nächsten Mittwoch
haben Sie mich hier im Blog schon wieder. Diesmal bin ich sogar ganz
frei unterwegs: Ohne Mann und Hund, die hier bleiben und das Haus hüten.
Für mich ist diese Freiheit etwas ganz besonderes. Mich erspüren. Zeit
mit Mama und Oma verbringen. Mir selbst fernab des Alltags
auf die Spur kommen.
Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Ich sortiere ich die Blog-Beiträge jetzt auch nach Themen. Ein ganz schöner Haufen Arbeit, das für die letzten 5 Jahre zu tun. Vor allen Dingen, weil ich gerne über verschiedene Themen in einem Blogbeitrag geschrieben habe. Da ich es übersichtlich halten und nicht einen Beitrag allen verfügbaren Themen zuordnen will, heißt es jetzt: Entscheidungen treffen. Das kann ich jetzt schön üben, fällt es mir doch so schwer...
Ist das Sortieren dann fertig - zumindest ein Zwischenstand - macht's mir Spaß, anschließend durch die neu angelegten Blog-Themen zu klicken und zu sehen, was sich alles unter Blog - Loslassen, Blog - Hundemami, Blog - Garten & Natur oder Blog - Innere Stimme oder oder ... (siehe links im Menü) gesammelt hat. Ich bin in meiner Sortierarbeit chronologisch rückwärts vorgegangen, 2010 habe ich geschafft, jetzt ist 2009 an der Reihe. Ich glaube nicht, dass ich das Sortieren noch vor meinem Urlaub fertig mache. Ist ja sowieso zu heiß, Anja. Hey, du sitzt hier im abgedunkelten Büro, Füße tun weh, Ventilator ist nicht der leiseste. Wie wäre es denn endlich mit Feierabend?
Ja, stimmt, morgen ist auch noch ein Tag. Und nächste Woche gibt es auch
noch ganz viele davon...
Das bisherige Hauptthema ist übrigens: "Mich selbst verändern." Ich werde diesen Bereich wohl nochmal unterteilen. Veränderung ist ein ganz wichtiges Thema für mich. Meine Gefühle wahrnehmen, meine Gedanken reflektieren, meine Einstellung hinterfragen, glücklicher und zufriedener werden. Selbstbestimmter leben + arbeiten. Jeden Tag ein winziges bisschen mehr. Manchmal auch - zumindest gefühlt - einen Schritt zurück. Doch ganz ehrlich: Auch ein schrecklicher Stillstand (mein gefühlter dauert schon mehrere Monate an) kann wertvoller Fortschritt sein. Auch wenn es mir noch nicht bewusst ist...
Viel Freude beim Durchklicken durch die neuen Themen.
Ihre
Anja Kolberg
Montag, 19 Juli, 2010
An den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen
Es gibt so Tage im Leben, Mann o Mann, da ist wirklich nur unter größter
Konzentration etwas Gutes dran zu finden. Heute habe ich das Gefühl, ich
sitze in einem dicken, miesen, schweren Sumpf. Er hält mich fest, lässt
mich nicht los. Richtig besch...en ist das!
Wie sich das anfühlt? Schwer. Hoffnungslos. Lähmend. Desillusionierend. Nie endend. Es macht wütend, traurig und hilflos zugleich. Bäh!
Wie ich da reingekommen bin? Keine Ahnung. Ich bin nicht in das Sumpfloch gelaufen. Auf einmal war ich da. Es war, als hätte ich auf einmal meine inneren Augen geöffnet und schwups ist der Sumpf da. Blöde!
Warum ist das so? Warum fühle ich mich so? Und warum jauchze ich nicht: "Super! Eine riesengroße Schlamm-Wellnessgrube. Hier kann ich mich treiben lassen und wohlfühlen, mich mit Schlamm einsuhlen, andere damit bewerfen. Herrlich!"
Ups. Vielleicht ist das ja schon die Lösung? Den Sumpf mit anderen Augen betrachten? Klar, ich bin diejenige, die die Situation bewertet und entscheidet, ob ich sie super oder doof finde. Vielleicht ist sie auch beides - superdoof? Nein, super und doof. Also gut und schlecht.
Schlecht, weil ich mich so mies fühle. Gut, weil ich die Situation anders betrachten und was gutes daraus machen kann.
Tja, und nun?
Erst einmal möchte ich akzeptieren, was ist und erkennen, dass es mir seelisch heute Nachmittag beschissen geht. So jetzt habe ich das Wort doch geschrieben. Musste raus. Ich kann mein Befinden nirgendwo richtig dran festmachen, ich weiß nicht genau, was es ist. Es ist eher ein Wollknäuel aus x verschiedenen Fäden. Fäden, die ich (noch) nicht erkenne. Fäden, die ich nicht sehen und nicht wissen will. Fäden, die ich einfach nicht anpacke. Fäden, die mir zuviel sind. Fäden, die mir tierisch auf den Keks gehen, die ich aber nicht ändern kann. Fäden...
Was es auch ist, es ist da. Nicht wegzudiskutieren oder wegzublinzeln oder wegzuzaubern. Aus meinem Inneren kommt ein "Doch!"
Anja: Du kannst es wegzaubern, innere Stimme?
Innere Stimme: Ja klar.
Anja:
Dann mach mal.
Innere Stimme: Nö.
Anja: Wieso nö?
Innere
Stimme: Weil ich nicht will.
Anja: Na toller Trick! Warum willst du
nicht?
Innere Stimme: Weil du erst was daraus lernen sollst.
Anja:
War ja klar. Was soll ich daraus lernen?
Innere Stimme: Rate mal.
Anja:
Dass das Leben so ist. Dass es mal einen Sumpf für uns parat hat und mal
ein heiteres Plätzchen mit Cocktail im Schatten?
Innere Stimme:
So ähnlich.
Anja: Dass es darauf ankommt, wie ich mit solchen
Situationen umgehe, was ich daraus mache? Dass ich einen Weg finde, dass
es mir trotz dem Sumpf gut geht?
Innere Stimme: Ja genau!
Okay, das Ergebnis sieht so aus:
Ich habe mich zu einer Schlammschlacht entschlossen. Mit dem Sumpf spielen, das ist für mich das Beste, aus der Situation zu machen. Ich kann sie nicht ändern, nur meine Einstellung. Heute ist eben ein sumpfiger, schlammiger Nachmittag, mit schlechter Stimmung. So ist es, das Leben.
Attackeeeeeee!
Anja Kolberg
Thema: Blog - 2010, 2. Halbjahr, Blog - Dunkle Tage, Blog - Innere Stimme, Blog - Mich selbst ändern
Handbuch für Erstautoren
Das ist nur ein kleiner Teil der Fragen, deren Antworten in dieser Fundgrube für Erstautoren zu finden sind. Der Leser erhält auf 50 Seiten Einblick in die verschiedenen Literatur-Genres (Lyrik, Kriminalromane, Phantastik, Heftromane, Freche Frauenromane, Kinderbuch, Sachbuch, Übersetzer, Journalismus); auf gut 30 Seiten eine Übersicht des Hörspiel-, Theater- und Film-Marktes; sowie auf über 15 Seiten Kenntnis vom Buchmarkt (Leser, Handel, Verlag bis zu Buchmessen). 35 Seiten sind im Handbuch für Urheberrecht, Verlagsvertrag und Honorare reserviert, darin findet sich unter anderem der komplett abgedruckte Normvertrag. In weiteren Kapiteln informiert Autor Manfred Plinke, Mitbegründer des Autorenhaus-Verlag, über Zuschussverlage, Sozialversicherung-Finanzen-Steuern, stellt Taschenbuchverlage und ihre Programme vor, ebenso die Schritte im Verlag vom Manuskript zum Buch, gibt einen Crash-Kurs zum Selbstverlag - und ganz wichtig, weil so realitätsnah und die Autorenseele streichelnd: fängt traurige Autoren mit dem Kapitel "Verlagsabsagen" auf. Erste Hilfe für Erstautoren in Form Adressen und Informationen von Autorenverbänden, Literatur- und Förderpreisen sowie Literaturhäusern runden das Handbuch ab.
Pflanzengöttinnen und ihre Heilkräuter***
160 Seiten, 133 Farbfotos, 12 Farbzeichnungen.
Anja Kolberg: Ursula Stumpf ist promovierte Pharmazeutin und seit 20 Jahren in eigener Naturheilpraxis mit den Schwerpunkten Kinesiologie und Pflanzenheilkunde aktiv. Ihr Buch "Pflanzengöttinnen und ihre Heilkräuter" ist in die zwölf Monate des Jahres unterteilt. In jedem der zwölf Kapitel wird liebevoll beschrieben, wie sich der Monat in der Natur spiegelt, wo sein Name herstammt, was seine Besonderheiten, seine Stärken sind, anschließend wird die Göttin des Monats und zugehörige Heilpflanzen und ihre Anwendungsmöglichkeiten vorgestellt. Jede Pflanze spricht ihre eigene Botschaft an die Leserin, ebenso die Pflanzengöttin. Die Autorin liebt die Eigenschaft der Natur und der Pflanzen, das Leben so zu nehmen wie es ist und das Beste daraus zu machen. Zu dieser Stärke und der Verbindung mit der Natur lädt sie die Leserinnen mit diesem Buch gekonnt ein.
Der Monat Juli ist Artemis, einer der ältesten Göttinnen der griechischen Antike, gewidmet. Vater Zeus schenkte ihr Selbstbestimmung, Freiheit und Unabhängigkeit. Die Göttin des Mondes, wie sie auch genannt wird, gefällt mir sehr, auch ihre Botschaft. Die Pflanze des Monats Juli - und ein Geschenk der Göttin Artemis - ist der Beifuß (Artemisia vulgaris), der laut Autorin unser einheimisches Echinacin ist. Seine Botschaft ist, die Abwehrkräfte unseres Körpers und unserer Seele zu stärken. Die Botschaften des Monats Juli scheinen wie für mich gemacht, stimmen mich fröhlich und reizen mich, die Pflanzen genauer zu betrachten und die Rezepte auszuprobieren. Auch Mädesüß, zweijährige Nachtkerze und Eberesche werden im Juli vorgestellt.
Mittwoch, 14 Juli, 2010
Ein Hitze-Ende in Sicht?
Erstaunlich, wie schnell ich mich an die Hitze gewöhnt habe, sich mein Körper darauf eingestellt hat.
Ich habe zwar noch immer geschwollene Beine, aber lange nicht so schlimm wie am Anfang der Hitze. Ob jetzt meine positiven Affirmationen geholfen haben ("Mein Lymphsystem arbeitet einwandfrei. Die Wärme ist gut für mich." ...) oder die kalten Fußbäder, wenn ich mir nach jeder körperlichen Anstrengung auf der schattigen Terrasse eine kleine Pause gönne oder ob sich der Körper einfach auf die veränderten Klimabedingungen einstellt - ich weiß es nicht. Vielleicht eine Mischung aus allem. Letztere Annahme fänd' ich am besten, denn so richtig kühl scheints die nächste Zeit nicht zu werden. Also ist der beste Weg, dass ich lerne, mit der Hitze umzugehen. Wie ich das machen will?
Das wichtigste ist für mich, mir für die Hitzezeit zu erlauben, langsamer zu sein, weniger leistungsfähig. Ja, es ist so: Bei der Hitze läuft mein Gehirn auf Notstromaggregat. Das bedeutet, dass ich manchmal gar nicht fähig bin, in geistige Höhen aufzusteigen und nur das nötigste machen kann. Auch im Haushalt. Auch unseren Hund schonen wir wo es geht und gehen nur in den kühleren Stunden des Tages vor die Türe. Die Wäsche türmt sich schneller als sonst, wird aber nicht genau so schnell abgebaut... In der Küche wird nur das nötigste gekocht, viel zu warm... Es ist im Moment so. Ich schütze mich, in dem ich langsam mache, wo es geht und die Tätigkeiten so verteile, dass es noch einigermaßen erträglich ist. Und das geht von Hitzewoche zu Hitzewoche besser. Sobald dann ein Gewitter für kurzzeitige Abkühlung gesorgt hat, merke ich auch gleich wie meine Lust und meine Kräfte zurück kommen und ich in kurzer Zeit das liegengebliebene Chaos beseitige. Es bedeutet auch, Verständnis zu haben, dass bei Anderen die Dinge länger dauern, Lösungen nicht so schnell gefunden werden, die Dinge nicht so laufen wie sonst. Entspannen auf allen Ebenen...
Ich stehe zur Notstrom-Zeit und mache das beste daraus. Auch wenn ich in mancher Situation am liebsten nach Sibiren auswandern möchte... Zumindest gedanklich eine herrliche Lösung!
Jetzt ist wieder Zeit für eine Pause - dank Wolken ist es gerade nicht ganz so heiß draußen. Juchuuuu!
Anja Kolberg




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