Samstag, 20 August, 2016

Erwartungen ... die andere Seite - vegan & normal essen in einer Partnerschaft...

Hallo,

in meinem Beitrag Bitte schütze mich vor meinen Erwartungen. Idealbild und Realität ging es um die Erwartungen an mich selbst. Nun möchte ich in Ergänzung darüber schreiben, welche Erwartungen ich noch in mir trage, die ich gerne loslassen möchte. Loslassen, weil sie mir und anderen das Leben schwer machen oder zumindest die Laune verderben.

Ich habe also nicht nur Ansprüche an mich selbst, sondern - ähnlich ausgeprägt - an das Leben, an Situationen, an andere Menschen, zum Beispiel an meinen Partner. Von einer Erwartung an ihn und meiner Erfahrung damit schreibe ich hier:

Unterschiedliche Esser in der Beziehung

Im Juni hatte ich eine vegane Lasagne gekocht. Mit frischem Spinat. Das war viel Arbeit. Tomatensoße zubereiten. Bechamelsoße kochen. Schmelz für oben drauf und den frischen Spinat verarbeiten. Der war in der Gemüsekiste. Als ich ihn verarbeitete, dachte ich noch: "Warum tue ich mir diese viele Arbeit an? Tiefkühl wäre doch auch gegangen!" Nun denn, jetzt war er da. Ich habe eine Mischung aus zwei Rezepten gemacht, damit es möglichst schmeckt, weil mein Mann keinen Tofu mag und aus dem anderen Rezept wollte ich das Topping haben. Gut. Nach einer Stunde Vorbereitung stand die Schale im Ofen.

Meine Erwartung: Mein Mann freut sich, dass ich keinen Tofu verwendete und auch kein Soja (war auch in einem Soßenrezept), was er ebenfalls nicht mag. Nun, ich esse kein Fleisch, deswegen keine Hackfleischsoße und kein Ersatz - es gibt ja Sojageschnetzeltes, weil da Soja drin ist.

Voller Stolz hob ich die Auflaufform aus dem Ofen. Mir war wirklich mit dem Schmelz eine braune Kruste gelungen. Und alle Zutaten hatten separat gut geschmeckt, also müsste alles zusammen ebenfalls gut schmecken.

Realität: Mein Mann wollte lieber Spinat mit Spiegelei und Kartoffeln, aber selbst nicht kochen. Ich war mit Kochen dran - wir wechseln uns ein über den anderen Tag ab, der Spinat musste gemacht werden. Ich wollte aber keinen Spinat mit Kartoffeln und schon gar nicht wie er es zubereitet haben wollte ("einfach mal mit dem Pürierstab durch den gekochten Spinat gehen, damit er klein ist").

Als ich die dampfende Auflaufform auf den Tisch stellte, fragte mein Göttergatte schon: "Was ist das denn da für eine braune Schicht da oben drauf?" Als ich sagte, dass es eine Art Mehlschwitze ist (die er eigentlich mag), rümpfte er schon die Nase. Er stocherte im Essen rum, schob es von links nach rechts. Kratzte die obere Schicht ab - nein, er mag auch keine Hefeflocken, die in diesem Schmelz (anders als in der klassischen Mehlschwitze) waren.

Und ich? Ich hatte eigentlich mit Freude am Tisch Platz genommen und diese Freude wurde mir durch das Verhalten meines Mannes madig gemacht. Der Abend war echt gelaufen für mich. Mann! (Die Lasagne hat mir super geschmeckt.)

Erkenntnis: Schütze mich vor meinen Erwartungen an andere. Zum Beispiel, dass mein Mann aufwändig zubereitetes veganes Essen zu schätzen weiß, wenn er in Wirklichkeit was anderes will. Oder dass ich gar Lob dafür bekomme, weil ich vieles nicht genutzt habe, dass er nicht mag. Oder dass das Leben so läuft wie ich es will.

. * .

Natürlich ist es als Fleischesser nicht einfach mit einer Partnerin zu leben, die Veganerin geworden ist. Als wir uns 1992 kennen lernten, war ich das ja noch nicht. Erst seit 2011. Und es ist für eine Partnerschaft eine Herausforderung - für beide Seiten - hier eine Lösung zu finden, mit der beide gut leben können. Solche Enttäuschungen wie mit der Lasagne gehören wohl dazu. Seufz. Leben. Mensch!

Also: Auf das Leben ohne Erwartungen. :-) ... und darauf, dass wir in den meisten Fällen etwas finden, das uns beiden gut schmeckt.

Ihre Anja Kolberg

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Montag, 15 August, 2016

Morgen ist auch noch ein Tag

"Morgen ist auch noch ein Tag." So lautet der Satz auf meinem diesjährigen Tischkalender 2016 "Alles wird gut." für August. Hier das Bild dazu:

Tischkalender 2016 - Alles wird gut.

Bei den Vorbereitungen für die neuen Kalender 2017 hat mir dieser Satz geholfen, locker zu lassen. Nicht möglichst viel in einen Tag hinein packen zu wollen. Immer wieder, wenn ich spürte, eigentlich kann ich nicht mehr, aber ich will heute noch dies schaffen, damit ich dann und dann fertig bin, sah ich die Brombeeren in ihrem Reifeprozess und dachte: Morgen ist auch noch ein Tag.

Ich machte dann den PC aus und erst am nächsten Tag mit meiner Arbeit weiter. Wissen Sie was? Ich bin nicht sonderlich viel länger mit der Druckdatenerstellung beschäftigt gewesen als im letzten Jahr. Auch als eine Information von der Druckerei fehlte, weswegen ich den Auftrag noch nicht abschicken konnte: Ich bin nicht nervös geworden, sondern habe durchgeatmet, an den Kalendersatz gedacht und die Entscheidung auf den nächsten Tag verschoben. Das hat alles gut und locker geklappt.

Diese Erfahrung ist für mich die Erinnerung daran, dass Pausen Kraft geben, dass loslassen hilft und ich unterm Strich auch rechtzeitig ankomme, ohne mich unter Druck zu setzen. Ich hatte Tage dazwischen, da habe ich gar nicht an dem Kalenderentwurf gearbeitet und andere, da habe ich dafür für zwei Tage etwas geschafft. Eine schöner Erfahrung und Unterstützung!

Nun sind die beiden neuen Kalender in der Druckerei. Ich freue mich auf den Moment, wenn ich sie fertig in meinen Händen halte. Immer wieder ein ganz besonderes Gefühl, als wäre etwas frisch geschlüpft. Herrlich.

Die Themen, die ich gerade in meinem Leben wahrnehme, werden Teil der Kalenderblätter im nächsten Jahr. Wie schön, dann zu erleben, wie sehr die Themen passen und mir gut tun, so wie jetzt "Morgen ist auch noch ein Tag.", den ich mir ja letzten Sommer überlegt habe. Besonders ist für mich auch, wenn ich von meiner Leserinnen bzw. Kalenderkäuferinnen lese: Es geht ihnen ebenso.

Um was es im nächsten Jahr gehen wird? Es geht um Selbstreflexion, Selbstheilung, die Erinnerung an unsere Herzenswünsche, gute Gedanken, Selbstfürsorge und die Ermutigung, unseren eigenen Weg zu gehen.

Ab Herbst können Sie die neuen Kalender 2017 in meinem Webshop kaufen. Ich werde hier und im Newsletter darüber berichten.

Eine gute Woche!

Anja Kolberg

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Donnerstag, 28 Juli, 2016

Ich liebe Regensommer

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Endlich regnet es nach der Hitzeperiode in Köln. All der Regen, der in den letzten Tagen in Deutschland schon runter kam, klammerte uns aus, zumindest war es in unserem Stadtteil so. Zum Glück war es in den letzten zwei Tagen schon etwas kühler. Ich habe festgestellt, dass ab 26 Grad mein Gehirn auf Pause schaltet. Konzentriertes Arbeiten unmöglich. Gut, in Notfällen würde ich funktionieren. Aber der Alltag ist ja kein Notfall, solange sich alles irgendwie aufschieben lässt.

In solchen Hitzewellen liebe ich den Blick auf eine Regenapp, um zu schauen, wann die nächsten Regenwolken wohl kommen, die dann hoffentlich Abkühlung und nicht wie so oft hier bei uns in der Gegend, Schwüle mitbringen.

Ja, ich liebe Regensommer. Warum? Weil ich damit viel besser klar komme, als mit der Hitze und Schwüle. Wenn es so 25 Grad ist, geht es noch, aber wenn das Haus beginnt sich aufzuheizen, ist es unerträglich für mich. Ich schwitze, ich fühle mich unwohl, meine Beine schwellen an, ich leide, Antrieb nur für das nötigste. Und ich kann "so schön jammern" meint mein Mann. ;o) Ja, kann ich, weil es mir gut tut, aus mir rauszulassen, was ich fühle. Es tut mir gut. Es hilft mir, zu begreifen, anzuerkennen, so ist es gerade.

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Die Zeit der Hitzewelle ist bei uns die Zeit von Ventilatoren, offenen Fenstern, später dann abgedunkelten und geschlossen Fenstern, großen Kannen selbstgemachten Eistees, Eiswürfel zum Lutschen und Abkühlen für unsere hechelndende vierbeinige Freundin Minu und der Zeit mit guten Filmen auf der Couch zu verbringen. Inzwischen kann ich das immer besser. So lange es nicht zu heiß ist, arbeiten und wenn das Gehirn dann nachmittags mit zunehmender Hitze auf Pause stellt, ab auf die Couch, Ventilator an, Eistee trinken und Serien schauen oder gute Filme. Das hilft mir mehr, als mich zu etwas zu quälen, was eigentlich gar nicht geht. Es fällt mir als Selbstständige nicht leicht, mir diese Freiheit zu nehmen. Doch von Jahr zu Jahr wird es leichter.

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Was ich am Regensommer mag: Die Temperatur. Das Geräusch von Regen, prasseln, klatschen. Durchatmen können. Dass die Blumen und Pflanzen im Garten genug Wasser bekommen. Die Stille unter der Pergola genießen, wenn alle drinnen sind und ich den Regen beobachten kann. Ich kann einfach da sitzen und in den Garten gucken und bin froh. Beobachte die Vögel, die selbst bei Regen baden. Sehe, wie sich Blätter nach unten biegen, bis das Wasser abläuft und sie wieder nach oben schnellen.

All das liebe ich. Und so bin ich dankbar, dass es wieder abgekühlt ist, dass es regnet und ich langsam wieder einen freien Kopf bekomme. Hühüpf!

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Ansonsten nervt mich mein Wechseljahreskörper mit nicht durchkommender Periode, was sich körperlich seit zwei Wochen so unangenehm anfühlt wie früher einen Tag zuvor. Mein Antrieb könnte besser sein (zeigt sich in ganz banalen Dingen, z.B. darin, dass ich es nicht schaffe, die schon sortierte Wäsche in den Keller zu tragen und in die Waschmaschine zu stopfen). Nun, ich kann es auf das Wetter schieben...

Tischkalender 2016 Ich schaffe das

Ich gucke auf einen meiner beiden Kalender. Da steht: "Ich schaffe das." Das hilft mir gerade, denn ich möchte die Kalender 2017 gestalten und die Druckdaten fertig machen. Die letzten 14 Tage lies das Wetter dies nur bedingt zu. Und irgendwann - das weiß ich ja aus Erfahrung - macht sich die Wäsche plötzlich wie von selbst. Zack, sind an einem Tag drei Maschinen gewaschen, getrocknet und gefaltet - gut, vielleicht nicht eingeräumt ... Wenn der richtige Moment kommt, dann geht es ganz leicht. Die Lernaufgabe für mich ist, geduldig und vertrauensvoll zu warten, bis dieser Zeitpunkt gekommen ist. Und dass nix passiert, ich nix verpasse, wenn es eben dauert ...

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Auch diese Hitzephase geht (jetzt) vorbei und dann geht es mit dem Kalender und allem anderen weiter.

Einen schönen Sommer - hoffentlich genau so wie er Ihnen gut tut!

Anja Kolberg

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Mittwoch, 13 Juli, 2016

Vom Achterbahnfahren im Leben...

Hallo, da bin ich mal wieder. Dienstag morgen. Meine Gedanken fließen dank der über die Tastatur hüpfenden Finger in den Blog. Die Sonne scheint auf meine Hand. Unsere Hündin Minu entspannt auf dem Holzboden neben mir. Heute ist es draußen auf den Straßen und in den Geschäften ruhiger als noch letzte Woche. Grund: Wir haben die erste Ferienwoche in Köln. Himmlisch, diese Veränderung.

Meine Konzentration hält weiter an. Zwar machte meine Energie etwa eine Woche nach der Eiseninfusion (ich berichtete hier) wieder einen Bogen nach unten, doch inzwischen habe ich die Einnahme von Eisentabletten wieder aufgenommen und langsam kommt die Energie zurück.

Diese Achterbahnfahrt ist herausfordernd. Mal geht es mir super: Ich habe Energie, bin konzentriert, bin gut drauf. Ich habe wie früher (!Yeah!) den Antrieb und die Kraft, was ich mir vorgenommen habe, auch umzusetzen.

Und dann gibt es Tage ... da nehme ich mir abends etwas für den nächsten Tag vor ... und dann geht nix am nächsten Tag. Ich schaffe den Standard, aber nicht, was ich mir vorgenommen habe.

Manchmal habe ich dann so miese Laune, dass ich mich beobachte wie ich mit mir schimpfe, mit meinem Körper und mit der Welt um mich herum. Natürlich nur innerlich, aber das reicht ja schon. Ich bekomme es ja ab.

Genau das wurde mir vor etwa vor einem Jahr klar, als ich auf jemanden sauer war und das Gespräch mit ihm innerlich immer wieder durchging: Wie ich mich beschwere. Wütend schreie. Dann wieder alles umwerfe und in "bessere" Worte bringe. Unentwegt im Kreis. ... bis mir auffiel, dass gar nicht der Mensch, der meine Wut ausgelöst hat, diese Worte abbekommt, sondern immer wieder mein Inneres. Ich bekam die ganze Wut ab, mein Körper und meine Seele standen unter Stress. Das half mir, diesen Prozess zu unterbrechen. Ich fühlte mit mir und erkannte, was ich da mit mir machte.

Nicht immer, aber manchmal gelingt es mir deswegen, diesen Schimpfprozess zu unterbrechen. Und statt dessen - zum Glück immer öfter - liebevoll mit mir zu sein. Mir geht es ja nicht mit Absicht schlecht. Ich will, aber kann nicht. Also, warum sollte ich mit mir schimpfen?

Letzte Woche habe ich beides erlebt: Freitag wollte ich eigentlich nachmittags spontan etwas mit einer meiner besten Freundinnen unternehmen. Den Tag vorher ging es mir super. So gut, dass ich - auch weil es mir reichte, das Halbfinale Deutschland-Frankreich nur im Hintergrund mitzubekommen - bis abends spät am PC saß und ein Interview abtippte, welches ich mit meiner Oma geführt hatte.

In der Nacht schon merkte ich, dass es nicht so gut war, so lange am PC gesessen zu haben. Ich schlief schlecht, wachte immer wieder auf, war morgens wie gerädert. Als ich aufstand, war mir so schwindelig, dass ich mir eine Autofahrt zum Treffpunkt nicht zutraute. Ich versuchte erst noch, "mich in den Griff zu bekommen", doch dann gab ich auf. Ich konnte weder am PC sitzen, noch Auto fahren, noch irgend etwas anderes, produktives tun. Den Termin mit meiner Freundin sagte ich schweren Herzens ab.

Was war nur mit mir los? Warum ging es mir nicht einfach dauernd gut wie früher? Als ich ein paar Tage zuvor enttäuscht war, wie schnell die Wirkung der Infusion nachgelassen hatte, meinte mein Mann, dass ich vielleicht in der Woche die ganze Battarie aufgebraucht hatte. Irgendwie war da was dran. Ich hatte sehr sehr viel gearbeitet. Ich neige dazu, mich zu überfordern, wenn es endlich mal läuft. Weil ich so glücklich bin, dass es läuft. Seufz.

War es Donnerstag nicht auch so gewesen? Mittwoch noch hatte ich so schlechte Laune und war so voller Destruktivität (scheinbar aus heiterem Himmel). Als ich Donnerstag merkte, alles wieder gut - stürzte ich mich voller Freude in die Arbeit. Ohne zu merken, dass ich meinen Körper überforderte. Meine Augen. Meinen Rücken. Meinen Kopf. Meine Seele. Ich hatte es übertrieben. Wieder mal. Das wurde mir klar.

Also beschloss ich, es zu akzeptieren wie es war und mich um mich liebevoll zu kümmern. Freitag den PC schon am Vormittag aus zu machen. Ich ging in den Blumenladen und kaufte mir einen Strauß Blumen und im Zeitschriftenladen eine Klatschzeitung. Ich wollte einfach nur rumlümmeln, nicht groß rumdenken. Zusammen mit einer Tasse Tee machte ich es mir in der Hängematte gemütlich. Und ich spürte, wie es mir schon ein bisschen besser ging. Freitag Nachmittag legte ich mich auf die Couch und schlief mehrere Stunden.

Am nächsten Tag war alles wieder gut, ich konnte wieder weiter arbeiten, als wäre nichts gewesen. Eigentlich wäre es an dem Tag gut gewesen, eine Runde zwischendurch spazieren zu gehen. Doch bei der Hitze bekommt mir das tagsüber nicht, sondern macht dicke Füße und sehr schlechte Laune. Also wählte ich die leichte Variante: Hängematte im Schatten. Entspannte Körper, Kopf und Seele. Es tat gut. Einfach nur schaukeln und in den Himmel gucken.

Gestern, Montag, hatte ich dann dazu gelernt: Mittags signalisierte mein Körper Müdigkeit und ich legte mich hin. Eine Viertel Stunde, länger hatte ich keine Ruhe. Doch diese Viertel Stunde hat meinem Körper geholfen. Anschließend ging es erfrischt weiter. Ok, Anja: Merken!!

So wie jetzt, Dienstag morgen: Ich merke, meine Augen werden nicht müde, aber wollen etwas anderes sehen als den Bildschirm. Deswegen mache ich Schluss mit Schreiben. Ich werde den Beitrag heute Nachmittag Mittwoch illustrieren und online stellen. Jetzt werde ich mich eine viertel Stunde einfach auf die Couch legen und in den Himmel gucken und mich dann fertig machen für meinen Coachingtermin. Wenn ich zu Hause bin, werde ich ich spüren, wann ich den Blogbeitrag fertig machen kann.

Nachtrag: Mittwoch Nachmittag. So war es auch. Die kurze Auszeit hat mir gut getan. Ich hatte wieder Kraft.

Das ist ein anderer Aspekt meines Kalenderblattes für Juli, welchen ich in den Monatlichen Impulsen - das ist mein Mailabo für ein Jahr - nicht aufführte: Nämlich, dass auch die körperliche Pause frische Energie für die Arbeit bringt. So war es vor über 15 Jahren gewesen, als ich meine beiden Bücher schrieb: Ich hatte die Kraft dazu nur, weil ich regelmäßig eine viertelstunde Pause machte. Wäre schön, wenn ich das wieder einführen würde.

Tischkalender

Lieber Gott, bitte lass mich begreifen, dass mein Körper kein Computer ist, keine Maschine, die "zu laufen hat", jeden Tag mit gleicher Leistung. Mein Körper ist ein sensibles Meisterwerk, ein lebendiges Wesen, das Aufmerksamkeit und Schutz braucht, Ruhe und Zeit. Mein Körper schwankt in seiner Leistung. Ein Birnbaum trägt auch nicht das ganze Jahr Früchte. Warum erwarte ich von mir, dass ich jeden Tag 100% Leistung bringe? Bitte lass mich nicht hadern, wenn es mir mal wieder schlechter geht, lass mich nicht befürchten, jetzt wird alles wieder schlimmer. Lass mich glauben und hoffen, dass es wieder besser wird. Mit etwas Abstand. Mit einer kleinen oder größeren Pause. Mit einem Spaziergang. Mit einem Tag Pause. Lass mich einen gesunden Rhythmus finden, der meiner Seele, meinem Geist und meinem Körper gut tut.

Bitte hilf mir, die Achterbahnfahrt des Lebens immer besser zu begreifen und mich nicht gegen sie zu wehren, sondern die guten Fahrtabschnitte zu genießen und die, vor denen ich Angst habe, lernen als Teil des Spiels zu sehen, die auch wieder vorüber gehen. Danke für alles, was gut ist und danke für die Dinge, die ich jetzt schon annehmen kann, auch wenn sie nicht so easy sind, wie ich es gerne hätte. Denn auch die schwierigen oder nicht so fitten Wegesabschnitte meines Lebens sind mein Leben. Hilf mir, mir zu verzeihen, wenn ich mit dem auf und ab (eher dem ab) nicht so gut umgehen kann ...

Alles Liebe für Sie und für mich

Ihre Anja Kolberg

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Dienstag, 21 Juni, 2016

Alles Wechseljahresbeschwerden? Es geht mir endlich besser. *Hüpf*

Immer wieder berichtete ich in den letzten zwei Jahren von Konzentrationsschwierigkeiten, die mir das Arbeiten am PC schwer machten. Im Frühjahr hatten sie sich wieder an mich rangeschlichen, nachdem sie einige Monate ganz weg waren. Im März und April war es wieder so heftig, dass ich keine unbekannten, komplexen Sachverhalte verarbeiten konnte, zum Beispiel einen Text durcharbeiten oder irgend etwas Neues machen, bei dem ich mich stark konzentrieren musste. Routinierte Tätigkeiten konnte ich ganz gut bewältigen, aber alles neue war zuviel für mich. Ein Gefühl wie Watte im Kopf. Wenn ich mir Konzentration als klare Linie vorstelle, dann war das, was ich da oft spürte Krickelkrackel ... Dazu kam Vergesslichkeit wie das Brot in der Bäckerei kaufen, aber liegen lassen und zu Hause feststellen, dass etwas fehlt ...

Weder Hausarzt noch Endokrinologe hatten eine Erklärung. Das frustrierte mich sehr. Was sollte ich denn jetzt tun? Die Beschwerden waren ja doch da! Ich fühlte mich so alleine gelassen. Auch eine Zahnuntersuchung ergab keine Hinweise auf meine Beschwerden.

Mich auf die Leistungsfähigkeit meines Körpers endlich wieder verlassen können, das wünschte ich mir so sehr. Alles Wechseljahresbeschwerden? Meiner Frauenärztin klagte ich mittlerweile ziemlich verzweifelt mein Leid und zeigte ihr den letzten Blutbefund meiner anderen Ärzte. Daraufhin meinte sie, ich hätte einen Eisenmangel, auch wenn meine Ferritinwerte eigentlich im (allerdings unteren) Normbereich liegen. Sie hatte gerade eine Fortbildung zu dem Thema besucht, daher hatte sie den Blick dafür.

Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder Eisentabletten genommen, weil die Werte durch meine starke Periode eher im Keller waren. So hatte ich auch im Herbst auf Empfehlung des Endorkinologen u.a. Eisentabletten genommen und im Januar war die Packung zu Ende. Ich brauchte laut Arzt nach einem Check keine weiteren Tabletten nehmen, da alle Werte nach der Einnahme nun wieder im Normbereich waren und ich mich zu dem Zeitpunkt wieder konzentrieren konnte ...

Ich folgte dem Rat meiner Ärztin und versuchte es mit den Eisentabletten und was soll ich sagen? Die Konzentrationsprobleme schlichen sich nach einer Woche Anfang Mai davon. Ich konnte es erst gar nicht glauben, weil ich schon so oft Rückschläge erlebte und deswegen Angst hatte, das Glück bleibt nicht. Doch es ist heute noch so. Unfassbar und beglückend, das erleben zu dürfen. Meine Energie kam zurück, ich konnte wieder länger und vor allem dann, wenn ich wollte am PC konzentriert arbeiten.

Anfang Juni wurde ich auch von einer Neurologin durchgecheckt. Der Termin war schon im April für Juni vereinbart worden und ich hatte ihn trotz inzwischen wieder erlangter Konzentration stehen lassen, weil ich - aufgrund so vieler Rückschläge - Angst hatte, die Symptome kommen zurück und dann muss ich wieder so lange auf einen Termin warten, weil die Ursache dann ja woanders liegen musste. Und ich wollte eine Absicherung, dass wirklich alles ok ist. Die Neurologin fand zum Glück nichts körperliches und führte meine Beschwerden auf die Wechseljahre zurück ...

Bei der Frauenärztin war ich Freitag zur Kontrolle. Die Eisenwerte waren in der Zwischenzeit von 33 auf 47 gestiegen, doch immer noch recht niedrig. Ich zog die Option einer Eiseninfusion, bei das Eisen gleich dem Körper zur Verfügung steht (so habe ich es verstanden), als wenn es erst durch den Verdauungstrakt muss, wodurch einiges verloren geht. Nachdem ich am Freitag eine Eiseninfusion bekommen habe, war ich erst mal ziemlich müde. Hm. Doch am Sonntag ging es mir schon besser und gestern am Montag, habe ich so lange und konzentriert gearbeitet wie schon ewig nicht mehr, gefühlt seit Februar, da hatte ich auch so einen fitten Tag. (Vielleicht lag es daran, dass es zu Ende meiner Eisentherapie war und der Spiegel deswegen hoch?) Gestern habe ich endlich an einem wichtigen Herzensprojekt weiter gemacht. Das lag hier schon lange im Pausenmodus, weil ich dafür einfach keine Kraft und Antrieb hatte. Jetzt ging es so leicht. Unfassbar.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir mit dem Eisenmangel die Ursache damit gefunden haben. Schon so oft dachte ich: Das ist es jetzt! Und dann kamen die Beschwerden zurück. Ob das alles gerade nur Zufall ist, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall bin ich glücklich, dass ich jetzt gerade wieder fit im Kopf bin. Und Montag zusätzlich einen überdurchschnittlich guten Tag hatte. JUCHU! Meine Leistungsfähigkeit ist da. Ich will nicht von mir erwarten, jeden Tag so Höchstleistungen wie Montag erbringen zu können. Das, was ich vorher hatte, war schon richtig befriedigend.

Es gibt noch andere Wechseljahresbeschwerden, die noch verschwinden dürfen - zum Beispiel, dass ich auf vieles keine Lust habe oder eine scheinbar grundlose Weinerlichkeit am Morgen. An dem Thema arbeite ich weiter mit meiner Gynäkologin mit Hilfe der naturidentischen Progesterontherapie. Bei den Stimmungsschwankungen hat dies ganz gut geholfen. Mal sehen, ob dieses Thema auch noch gehen darf. Das wäre soooooo schön!

Was ich alles in den letzten zwei Jahren unternommen habe und rausgefunden habe, um wieder fitter zu sein: Vitamin-D3-Mangel, Progesteronmangel, jetzt Eisenmangel ... Ich nehme hochdosiertes VitaminD3, Magnesiumöl über die Haut, Selen, Progesteron, Eisen - ähm - ernähre mich gesund, gut ich könnte mich noch mehr bewegen ... und ach ja, die Schilddrüsentableten wegen meines Hashimotos nehme ich auch noch ein. Puh!

Mir wird durch meine Beschwerden klar, dass die Wechseljahre ein komplexer Umbauprozess für den Körper bedeuten, die Symptome schwanken, weil alles ein beständiges verändern ist. Ein sehr feines und sensibles System mit vielen vielen Rädchen, in dem gerade etwas Chaos ist. Und nicht nur der Körper ist eingebunden, auch Seele und Geist spielen eine Rolle bzw. sind betroffen.

Mich selbst mit diesen Veränderungen anzunehmen, das ist eine Herausforderung. Ich sehe darin auch eine Chance, nämlich altes loszulassen und Dinge zu verändern, die mir jetzt nicht mehr gut tun. Neues zu beginnen.

Ich bin auf dem Weg. Noch nicht angekommen, aber eine Hürde scheint jetzt gerade genommen zu sein. Das freut mich sehr!

Glücksgrüße aus Köln

Anja Kolberg

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Saisonschluss. Pause bis zum Verkauf der Tischkalender 2017.
Danke für Ihre Treue!

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